Eine Vorsorgevollmacht ist eine schriftliche Erklärung, mit der du einer Person deines Vertrauens erlaubst, in deinem Namen zu handeln, sobald du selbst nicht mehr entscheiden kannst. Nötig wird sie etwa nach einem Unfall oder bei schwerer Krankheit, wenn Bankgeschäfte, Verträge oder medizinische Fragen offen bleiben. Ohne Vollmacht bestimmt im Zweifel ein Betreuungsgericht, wer für dich zuständig ist, auch innerhalb der Familie. Die rechtlichen Grundlagen zur Vollmacht stehen im Bürgerlichen Gesetzbuch. Eine Definition ersetzt dabei keine Rechtsberatung. Für die Ausgestaltung im Einzelfall sind Notare oder Rechtsanwälte die richtigen Ansprechpartner.
Warum die Vollmacht zu deinem Vermögensüberblick gehört
Die Vollmacht klärt, wer handeln darf. Deine Vermögensübersicht klärt, was es überhaupt gibt. Beides gehört zusammen, denn eine bevollmächtigte Person kann nur verwalten, wovon sie weiß. Liegen Konten, Depots, Versicherungen und digitale Zugänge nirgends dokumentiert vor, hilft die Vollmacht allein wenig.
Damit sie im Ernstfall überhaupt gefunden wird, kannst du sie beim Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer eintragen lassen. Betreuungsgerichte fragen dort ab, bevor sie eine Betreuung anordnen. Registriert wird nicht der Inhalt, sondern der Hinweis, dass eine Vollmacht existiert und wer bevollmächtigt ist.
Abgrenzung zu Betreuungsverfügung und Patientenverfügung
Die drei Dokumente werden häufig verwechselt, regeln aber Verschiedenes. Die Vorsorgevollmacht benennt selbst eine Person und macht ein gerichtliches Verfahren im Idealfall überflüssig. Die Betreuungsverfügung wirkt erst, wenn ein Gericht eine Betreuung einrichtet. Darin schlägst du vor, wen das Gericht bestellen soll und wen nicht. Die Patientenverfügung sagt nichts darüber, wer entscheidet, sondern was medizinisch geschehen soll und was nicht. Viele Menschen kombinieren deshalb Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung.
Beispiel
Angenommen, du liegst nach einem Unfall mehrere Wochen im Krankenhaus. Miete, Versicherungsbeiträge und Kreditraten laufen weiter. Mit einer Vorsorgevollmacht kann dein Partner die Bank ansprechen und offene Zahlungen regeln. Ohne sie muss erst das Betreuungsgericht tätig werden, was Wochen dauern kann.
In AssetCockpit hältst du fest, welche Werte und Verbindlichkeiten es gibt, und gibst den PDF-Report an die Person weiter, die im Notfall handeln darf.
Verwandte Begriffe
Weitere Begriffe rund um Vermögen und Vorsorge sind im Glossar gesammelt.
Quellen und weiterführende Informationen
Zwei amtliche Anlaufstellen zum Thema, dazu der Weg in die App:
- Zentrales Vorsorgeregister – Register der Bundesnotarkammer, das Betreuungsgerichte vor einer Betreuung abfragen.
- BGB, Vollmachts- und Betreuungsrecht – amtlicher Gesetzestext zu Vollmacht, Vertretung und Betreuung.
- AssetCockpit App – Übersicht über Werte und Verbindlichkeiten, teilbar als PDF-Report.
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