Finanz-Notfallordner: die Checkliste für deine Angehörigen
Wenn dir plötzlich etwas zustößt, wissen deine Angehörigen oft nicht, wo dein Vermögen liegt. Konten bei mehreren Banken, ein Depot, eine Immobilie, Versicherungen und vielleicht noch digitale Werte: All das ist über Jahre gewachsen und lebt größtenteils in deinem Kopf. Für die Menschen, die dann handeln müssen, entsteht daraus ein Suchspiel unter Druck. Fristen laufen, Verträge kündigen sich nicht von selbst, und niemand weiß, ob irgendwo noch ein Kredit oder eine Beteiligung offen ist.
Ein Finanz-Notfallordner löst dieses Problem. Er ist kein juristisches Dokument, sondern eine auffindbare Übersicht: Was besitzt du, wo liegt es, und wer kann Auskunft geben. Mit dieser Checkliste baust du ihn Schritt für Schritt auf. Arbeite die Punkte in deinem Tempo ab und hake ab, was erledigt ist.
Werte und Verträge dokumentieren
Trage zusammen, was zu deinem Vermögen gehört. Wichtig ist die Bandbreite, nicht die letzte Nachkommastelle. Auch Verbindlichkeiten gehören dazu, denn Angehörige müssen das Gesamtbild kennen.
- [ ] Konten erfassen: Giro-, Tagesgeld- und Sparkonten mit Bank und ungefährem Stand
- [ ] Depots festhalten: Wertpapierkonten, Fonds, ETFs und Anleihen mit Verwahrstelle
- [ ] Immobilien notieren: Eigentum, Miteigentum, offene Finanzierungen und Grundbuchbezug
- [ ] Versicherungen auflisten: Lebens-, Renten-, Risiko- und Sachversicherungen mit Versicherer
- [ ] Beteiligungen dokumentieren: Firmenanteile, stille Beteiligungen, Genossenschaftsanteile
- [ ] Edelmetalle und Wertgegenstände vermerken: Gold, Silber, Sammlungen und wo sie lagern
- [ ] Digitale Assets festhalten: Krypto-Bestände, wertvolle Konten und Online-Guthaben
- [ ] Kredite und Verbindlichkeiten erfassen: Darlehen, Ratenkäufe und laufende Verpflichtungen
Zugänge und Ansprechpartner
Deine Angehörigen brauchen nicht deine Passwörter, sondern den Weg zu den Unterlagen und zu den richtigen Menschen. Notiere niemals Passwörter, PINs oder TANs im Klartext in dieser Übersicht. Vermerke stattdessen, wo die Zugangsdaten sicher hinterlegt sind, etwa in einem Passwortmanager.
- [ ] Ablageorte beschreiben: wo Verträge, Policen und Grundbuchauszüge physisch oder digital liegen
- [ ] Ansprechpartner benennen: Steuerberater, Notar, Versicherungsmakler oder Bankberater mit Kontakt
- [ ] Zugangswege beschreiben, ohne Passwörter zu nennen: welcher Passwortmanager, welcher Tresor, welcher Ordner
- [ ] Vertrauensperson festlegen: wer im Ernstfall zuerst informiert werden soll
Rechtliche Vorsorge
Eine reine Vermögensübersicht ersetzt keine rechtliche Vorsorge. Beides ergänzt sich. Wer für dich handeln darf, wenn du es selbst nicht mehr kannst, regelst du in einer Vorsorgevollmacht oder einer Betreuungsverfügung. Die Grundlagen dazu stehen im Bürgerlichen Gesetzbuch. Damit eine solche Vollmacht im Fall der Fälle auch gefunden wird, kannst du sie beim Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer eintragen lassen. Dieser Abschnitt ist informativ und ersetzt keine rechtliche Beratung.
- [ ] Vorhandensein prüfen: gibt es bereits eine Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung
- [ ] Ablageort im Ordner vermerken: wo das Original liegt und wer es kennt
- [ ] Eintragung im Zentralen Vorsorgeregister prüfen, damit die Vollmacht auffindbar ist
Aktuell halten
Ein Notfallordner ist nur so gut wie sein letzter Stand. Vermögen verändert sich, Verträge kommen und gehen. Plane feste Prüfintervalle ein und sorge dafür, dass mindestens eine Vertrauensperson weiß, wo die Übersicht liegt.
- [ ] Prüfintervall setzen: mindestens einmal jährlich, zusätzlich nach großen Veränderungen
- [ ] Ereignisse berücksichtigen: neuer Job, Erbe, Trennung, Immobilienkauf oder Kreditablösung
- [ ] Ablageort kommunizieren: mindestens einer Vertrauensperson mitteilen, wo alles zu finden ist
Der PDF-Report als Notfallordner
Genau für diesen Zweck kannst du deine Übersicht in AssetCockpit pflegen. Du legst deine Werte und Verbindlichkeiten an, ordnest sie Assetklassen zu und exportierst alles als PDF-Report. Zu einzelnen Positionen kannst du Kommentare hinterlegen, etwa wo eine Police liegt oder wer der Ansprechpartner ist. Den fertigen Report teilst du dann bewusst mit einer Vertrauensperson, zum Beispiel per WhatsApp oder E-Mail. So bleibt dein Notfallordner aktuell und ist im Ernstfall wirklich auffindbar. AssetCockpit ist dabei ein Werkzeug für den Überblick und gibt weder Anlage- noch Rechtsberatung.
Zum Thema
- Vermögensübersicht erstellen: der komplette Leitfaden
- Häufige Fragen zur privaten Vermögensübersicht
- Vermögensaufbau beginnt mit Überblick, nicht mit Rendite
Quellen und weiterführende Informationen
- Zentrales Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer: https://www.vorsorgeregister.de/
- Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), Gesetze im Internet: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/
- Verbraucherzentrale, Geld & Versicherungen: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/geld-versicherungen
Weitere Checklisten findest du in der Checklisten-Übersicht.
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