Nach einer Trennung liegen die finanziellen Dinge selten geordnet da. Manches läuft allein auf deinen Namen, manches gemeinsam, und einiges bleibt verbunden, obwohl der Alltag längst getrennt ist. Diese Liste ist kein Plan für den Neuanfang, sondern eine Bestandsaufnahme. Am Ende hast du eine schriftliche Aufstellung, aus der hervorgeht, was dir allein gehört, was gemeinsam läuft und wo eine Verbindung bestehen bleibt. Die Etappen dahinter beschreibt Finanzen nach der Trennung selbst ordnen. Hier geht es ums Abhaken.
Die Checkliste in neun Punkten
- Gemeinsame Konten sichten: Notiere jedes Konto, auf das beide zugreifen können, mit Bank, Kontoart und aktuellem Stand. Solange ein Gemeinschaftskonto besteht, kann jede berechtigte Person darüber verfügen, unabhängig davon, wer ausgezogen ist.
- Vollmachten durchgehen: Halte fest, welche Kontovollmachten und welche Vorsorgevollmacht auf die andere Person lauten und welche umgekehrt dir erteilt wurden. Vermerke je Vollmacht, ob sie bestehen bleiben soll.
- Daueraufträge und Lastschriften auflisten: Geh die Kontoauszüge der letzten zwölf Monate durch und schreib jede wiederkehrende Buchung mit Betrag, Rhythmus und Empfänger auf. Jede Abbuchung zeigt auf einen Vertrag, an den du sonst nicht denkst.
- Gemeinsame Kredite und Bürgschaften erfassen: Trage jedes Darlehen mit Restschuld, Rate, Laufzeit und eingetragenen Kreditnehmern ein, dazu jede Bürgschaft und jede Mithaftung. Eine Trennung ändert an diesen Verträgen nichts, sie laufen gegenüber der Bank unverändert weiter.
- Versicherungen mit Partnerbezug prüfen: Sieh nach, welche Policen auf einen gemeinsamen Haushalt abgestellt sind oder die andere Person mitversichern, etwa Hausrat, Haftpflicht, Rechtsschutz oder Kfz. Notiere Versicherungsnehmer, versicherte Personen und Kündigungsfrist.
- Begünstigungen in Vorsorgeverträgen nachsehen: In Lebens- und Rentenversicherungen sowie in betrieblichen Zusagen steht eine bezugsberechtigte Person. Diese Eintragung ändert sich durch eine Trennung nicht von selbst, deshalb gehört sie auf die Liste.
- Digitale Zugänge trennen: Wechsle die Passwörter für Banking, E-Mail und Cloud-Speicher und schreib auf, welche Abos, Familienkonten und geteilten Geräte noch zusammenlaufen. Ein Passwortmanager mit gemeinsamem Zugang gehört ebenfalls in diese Zeile.
- Rechtliche Themen auf eine eigene Liste setzen: Zugewinnausgleich, Unterhalt, Sorgerecht und die Steuerklasse sind zu klären, aber nicht von dir am Küchentisch. Sammle die Punkte und die zugehörigen Unterlagen und bring sie in eine anwaltliche oder steuerliche Beratung ein.
- Die eigene Bestandsaufnahme schreiben: Führe alles in einer Aufstellung mit drei Spalten zusammen: allein, gemeinsam, noch verbunden. Zieh die Verbindlichkeiten von den Werten ab, und du hast dein Nettovermögen mit Datum.
Typische Fehler
- Alles auf einmal kündigen wollen: Wer zuerst kündigt und danach sortiert, steht schnell ohne Versicherungsschutz oder ohne Zahlungsweg für laufende Lastschriften da. Erst die Liste, dann die Entscheidungen.
- Annehmen, gemeinsame Kredite lösen sich mit der Trennung auf: Sie tun es nicht. Wer das übersieht, rechnet mit einem Nettovermögen, das es so nicht gibt.
- Auf den ruhigen Nachmittag warten: Der kommt in diesen Monaten nicht. Eine unvollständige Liste, die du wöchentlich ergänzt, ist mehr wert als eine perfekte, die nie beginnt.
Wo AssetCockpit dabei hilft
Für Punkt neun brauchst du einen Ort, an dem die Aufstellung nicht wieder zerfällt. In AssetCockpit legst du Werte und Verbindlichkeiten selbst an, ordnest sie Assetklassen zu und setzt je Position ein Prüfintervall, an das dich die App erinnert. Einen automatischen Abgleich mit Banken oder Depots gibt es bewusst nicht, weil du nach einer Trennung selbst entscheidest, was erfasst wird und wann. Die Version Basic ist kostenlos, Pro kostet 2,99 Euro im Monat oder 24,99 Euro im Jahr und ergänzt WebApp, KI-Portfolio-Analyse und Verlaufscharts. Das Upgrade läuft ausschließlich in der mobilen App. Eine Anlageberatung ist damit nicht verbunden.
Zum Thema
- Finanzen nach der Trennung selbst ordnen
- Vom Einkommen zur Vermögensstrategie
- Vermögensübersicht erstellen: der Leitfaden
- Nettovermögen
Fazit
Neun Punkte, eine Aufstellung, drei Spalten. Mehr braucht der erste Finanz-Check nach einer Trennung nicht, und weniger trägt nicht. Was rechtlich zu entscheiden ist, gehört in fachliche Hände, was dir gehört und was du schuldest, kannst du selbst zusammentragen. Weitere handlungsorientierte Listen findest du in der Checklisten-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
Für die Punkte, die über die eigene Aufstellung hinausgehen, helfen neutrale Stellen weiter. Eine individuelle Einschätzung ersetzen sie nicht.
- Geld und Versicherungen – Verbraucherzentrale, Hinweise zu Gemeinschaftskonten, Vollmachten und Verträgen
- Bürgerliches Gesetzbuch – amtlicher Gesetzestext zum Nachlesen, ohne Auslegung und ohne Beratung
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